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Organisation for Co-Operation between Railways (OSJD)

International Rail Freight Conference

Internationale Konferenz über den Schienengüterverkehr in Prag  

Vom 13. bis 15. März fand in der Hauptstadt Tschechiens die 4. internationale Konferenz und Ausstellung über den Schienengüterverkehr zwischen Asien und Europa "Eurasisches Schienenverkehrsgeschäft. Dialog zwischen den Eisenbahnen und ihren Kunden" (International Rail Freight Conference - IRFC-2013) statt. Organisiert wurde die Konferenz von JERID (angegliedertes Unternehmen der OSShD, Mitgliedsunternehmen der OLTIS Group) unter der Schirmherrschaft des Verkehrsministeriums Tschechiens, der OSShD, UIC, UNIFE, CER und des CCTT. Parallel zu diesem Ereignis gab es im Rahmen der Transportwoche eine Reihe weiterer Veranstaltungen wie das Eurasische Einbahnforum, die Sitzung des Europäischen Managementkomitees der UIC (EMC), das GALILEO-User-Forum (GUF) "Güterverkehr und Logistik" und andere.  Die Bedeutung des Treffens wird durch den Teilnehmerkreis unterstrichen:  Die Konferenz führte Vertreter des Eisenbahnsektors aus 31 Ländern zusammen.

Die Vorträge und Diskussionen betrafen so wichtige Bereiche wie Entwicklungsperspektiven der Eisenbahnen in Europa und Asien, neue Eisenbahnsysteme, Ost-West-Transportkorridore, Interoperabilität   1435/1520 mm, Vereinfachung der Verfahren im grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr, E-Commerce im Schienengüterverkehr, moderne Logistiklösungen, Intermodalität, Unterstützung internationaler Zusammenarbeit, Fragen des grenzüberschreitenden Verkehrs und der Zollabfertigung, Sendungsverfolgung, außergewöhnliche Transporte, Tarife und Preisbildung, Wettbewerb auf dem Schienenverkehrsmarkt, kombinierter Verkehr und Containertransporte, Grenzbahnhöfe, Zusammenarbeit zwischen den Eisenbahnen, Entwicklung der Infrastruktur, Fragen der Sicherheit, internationale Projekte, mit denen die Rolle des Schienenverkehrs ausgebaut werden soll  (Shift2Rail, europäischer "Grüner" Verkehr u. a.).

Bei der Eröffnung betonte der Vorsitzende des Organisationskomitees der IRFC-2013 Petr Kroča, dass in diesem Jahr die Konferenz mit 320 Delegierten aus 31 Ländern Europas und Asiens einen Rekord bei der Anzahl der Teilnehmer verzeichnet und wie auch das vorherige Mal dem Ausbau der Rolle der Eisenbahnen und des Schienengüterverkehrs sowie der Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit im gegenwärtigen Transportsystem gewidmet ist. Zu den Teilnehmern gehörten Spezialisten und Experten für Eisenbahnverkehr von Verkehrsministerien, Eisenbahnen, Schienenverkehrsbetreibern, Unternehmen der Eisenbahnindustrie, Speditionsfirmen und anderer Teilnehmer des Schienenverkehrsmarktes der Länder Europas und Asiens einschließlich der Mitglieder, Beobachter und angegliederten Unternehmen der OSShD aus Aserbaidschan (AZD GAG), Armenien (Südkaukasische Eisenbahn), Belarus (BC), Großbritannien (Freightliner), Ungarn (MAV, GySEV, Rail Cargo Hungaria u. a.), Deutschland (DB AG, DB Schenker Rail), Griechenland, Georgien (GR), Kasachstan (NK KTZ AG), China, Lettland, Litauen, der Mongolei (MTZ), Polen (PKP PLK, PKP Cargo u.a.), Russland  (Verkehrsministerium, RZD AG), der Slowakei (ZSSK Cargo, ZSR u.a.), Usbekistan (UTI), der Ukraine, Frankreich (SNCF), der Tschechischen Republik (Verkehrsministerium, CD AG, CD Cargo, SŽDC, JERID, VÚŽ u.a.).

Vorträge und Präsentationen hielten ebenfalls die auf der Konferenz anwesenden Vertreter des Komitees der OSShD, der UIC, der CER, des CCTT, der UNIFE, FIATA und andere.

Die Fachvorträge des Konferenzprogramms waren in mehrere Themenbereiche unterteilt:

• Internationale Organisation und Transportkorridore,

• Strategische Schwerpunkte im eurasischen Güterverkehr,

• Hauptprobleme des eurasischen Schienengüterverkehrs,

• Verkehrssysteme,

• Infrastruktur.

Der theoretische Teil beschäftigte sich mit dem Transportrecht und der Gesetzgebung, der Interoperabilität und der Rolle der internationalen Organisationen beim Ausbau der Transporte zwischen Asien und Europa einschließlich der Ausweitung des Anwendungsbereichs des Einheitsfrachtbriefs CIM/SMGS. Die Vertreter der europäischen und asiatischen Eisenbahnen und der Speditionsunternehmen berichteten in ihren Reden über ihre Erfahrungen im transkontinentalen Güter-, Container- und Intermodalverkehr und informierten über ihre derzeit in Arbeit befindlichen Projekte. Wichtige Informationen lieferten auch die Präsentationen über die technischen Möglichkeiten der einzelnen Transportkorridore, den Aufbau von Logistikzentren und Terminals für den intermodalen Verkehr sowie die Nutzung neuer Transport- und Informationstechnologien.

Die Teilnehmer hoben in ihren Beiträgen hervor, dass es auch weiterhin erforderlich ist, den Güterverkehr einschließlich des Containertransporte und des kombinierten Verkehrs zwischen Europa und Asien auszubauen. Nur durch Verbesserung der Leistungsqualität, Verkürzung der Beförderungszeiten, Durchsetzung wettbewerbsfähiger Preise und Tarife können Erfolge erzielt, die Wettbewerbsfähigkeit des Schienenverkehrs und seine Effizienz gesteigert werden. Damit der Eisenbahnsektor in einem integrierten Gesamttransportsystem Europas und Asiens  an Bedeutung gewinnt, muss ein regelmäßiger Informationsaustausch über die Erfahrungen im Bereich der Technologien der Eisenbahngüterbeförderung gewährleistet sein und die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet entwickelt werden.

In seiner Rede berichtete Viktor Zhukov, Stellvertreter des Vorsitzenden des Komitees der OSShD, über die Tätigkeit der OSShD im Hinblick auf den Ausbau und die Weiterentwicklung des Schienenverkehrs zwischen Europa und Asien, wobei er die Aufmerksamkeit insbesondere auf die Weiterentwicklung des SMGS und SMPS, den Ausbau der 13 OSShD-Korridore, die Erleichterungen im grenzüberschreitenden Verkehr, die geografische Ausweitung und das quantitative Wachstum des Containerganzzugverkehrs, die verstärkte Anwendung des Einheitsfrachtbriefs CIM/SMGS sowie die notwendige Steigerung der Effizienz und der Wettbewerbsfähigkeit der Eisenbahnen lenkte.

Wladimir Jakunin, der am 13. März zum Thema "Rolle der Russischen Eisenbahnen bei der Erweiterung des eurasischen Güterverkehrs" sprach, betonte die führenden Positionen des russischen Eisenbahnsystems in der Welt. Seinen Ausführungen zufolge ist die RZD AG aktiv in die Entwicklung der eurasischen Transportkorridore involviert und investiert erhebliche Mittel in die Infrastruktur zwecks Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit. Er erinnerte daran, dass entsprechend dem Aktionsprogramm zum Ausbau des Containerverkehrs unter Einbeziehung der Transsibirischen Magistrale für den Zeitraum bis 2015 die Markteinführung des Produkts "Transsib in 7 Tagen" sichergestellt ist. Bereits jetzt betrage die durchschnittliche Reisezeit weniger als 8 Stunden bei einer Reisegeschwindigkeit in der Größenordnung von 1200 km pro Tag.

Wladimir Jakunin betonte, dass gegenwärtig im Rahmen des Ausbaus des osteuropäischen Eisenbahntransportkorridors die Weiterführung der Arbeiten zur Herausbildung eines neuen eurasischen Korridors bis in die Slowakei und nach Österreich sowie das Projekt "Chassan – Rajin", das als Pilotprojekt für die Erneuerung der der Transkoreanischen Magistrale betrachtet wird, besonders vordringlich sind. Abschließend hob der Präsident der RZD AG hervor, dass das zukünftige Transportaufkommen im Schienenverkehr zwischen Europa und Asien in erster Linie von der Effizienz der internationalen Zusammenarbeit im Bereich der Infrastruktur- und Fahrzeugentwicklung und der Harmonisierung der Beförderungsstandards sowohl unter technischem als auch unter rechtlichem Gesichtspunkt bestimmt sein wird. Auch dabei kommt den internationalen Organisationen wie der OSShD, der UIC u. a. eine wichtige Rolle zu.

Die Teilnehmer der IRFC-2013 betonten die Notwendigkeit, den Dialog fortzuführen, den Austausch praktischer Erfahrungen zwischen den Eisenbahnunternehmen, den Transportbetreibern, Herstellern und Lieferanten von Ausrüstungen für den Schienenverkehr, Frachtversendern und Kunden unterschiedlicher Länder des eurasischen Raums auszuweiten. Daher ist es sinnvoll, auch in Zukunft ähnliche Veranstaltungen in Form von Konferenzen und Seminaren für die Erörterung von aktuellen Problemen der perspektivischen Entwicklung und Organisation des Schienengüterverkehrs einschließlich des Containerverkehrs und des kombinierten Verkehrs zwischen Europa und Asien unter Teilnahme von Vertretern der für den Schienenverkehr zuständigen staatlichen Organe, von Eisenbahnunternehmen, Transportverbänden und -gesellschaften, Betreiber- und Speditionsfirmen und Gesellschaften, die am Beförderungsprozess beteiligt sind, sowie internationalen Organisationen, die mit Fragen des Schienengüterverkehrs befasst sind, durchzuführen. 

Ausgehend von den Ergebnissen des Forums wurde mit dem Ziel, auf die Lösung der Fragen des Eisenbahnverkehrs aufmerksam zu machen, ein Appell an die Regierungen des eurasischen Raums zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und der Effizienz des Eisenbahnverkehrs gerichtet.

Am 13. März fand die feierliche Auszeichnung mit dem internationalen Preis der Transportbranche, dem Golden Chariot Award, statt, der mehreren Mitgliedern, Beobachtern und angegliederten Unternehmen der OSShD für ihren großartigen Beitrag zum Ausbau des internationalen Eisenbahnverkehrs verliehen wurde. Zu den Preisträgern gehörten das Verkehrsministerium der Tschechischen Republik, die Tschechischen Eisenbahnen AG, die Deutsche Bahn AG, Rail Cargo Hungária Zrt.,  JERID spol. s r.o. und das Eisenbahnforschungsinstitut AG (VÚŽ).

Am 15. März besuchten die Konferenzteilnehmer während einer Exkursion mit einem historischen Dieseltriebzug die Teststrecke des Eisenbahnforschungsinstituts (VÚŽ, angegliedertes Unternehmen der OSShD), wo ihnen die Arbeiten des Instituts zur Prüfung von Schienenfahrzeugen und deren Zertifizierung vorgestellt wurden. Darüber hinaus machten sie sich mit Zeugnissen der Vergangenheit der Tschechischen Eisenbahnen vertraut, die zu den ältesten Eisenbahnen nicht nur auf dem europäischen Kontinent, sondern weltweit gehören, denn die erste Eisenbahn auf dem Gebiet Tschechiens gab es bereits 1827 als Pferdeeisenbahn, die in den 60er Jahren des XIX. Jahrhunderts von der Dampfzugförderung und diese wiederum bereits 1903 von der elektrischen Zugförderung abgelöst wurde.

Die nächste Konferenz IRFC wird 2015 wieder in Prag stattfinden.

Ausgehend von den Ergebnissen des Forums wurde mit dem Ziel, auf die Lösung der Fragen des Eisenbahnverkehrs aufmerksam zu machen, ein Appell an die Regierungen des eurasischen Raums zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und der Effizienz des Eisenbahnverkehrs gerichtet.

 


 

Appell

an die Regierungen der Länder Europas und Asiens und an die internationalen Organisationen

(unten aufgelistet)

 

Prag 15. März 2013

 

Die Teilnehmer der 4. Internationalen Konferenz für Eisenbahngüterbeförderungen aus Asien nach Europa und des Eurasischen Eisenbahnforums, welche in Prag vom 12. bis 15. März 2013 zusammengekommen sind, nach der Behandlung der Fragen über den Zustand der Eisenbahngüter- und Eisenbahnpersonenbeförderungen im Eurasischen Raum, heben die positiven Ergebnisse der Anstrengungen hervor, welche die Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit, die Effektivität des Eisenbahntransports und Entwicklung der Eisenbahntransportkorridore bezwecken, und begrüßen die weiteren Schritte in diese Richtung.

Die Teilnehmer betonen die Bedeutung der Arbeiten für die Harmonisierung des Eisenbahntransportrechts in Verbindung mit der Umsetzung des Projektes für die Erarbeitung und Umsetzung des Einheitsfrachtbriefs CIM/SMGS. Sie verdeutlichen in diesem Sinne die Effizienz von Containerzügen. Mit Nachdruck unterstützen sie die Unterzeichnung der gemeinsamen Deklaration über die Entwicklung der Eurasischen Beförderungen und Aktivitäten für die Schaffung des einheitlichen Eisenbahntransportrechts, welche durch die Transportminister am 26. Februar 2013 am Sitz der UNECE in Genf unterzeichnet wurde. Die Teilnehmer unterstützen die Initiative der EU betreffend der Verlagerung von Güterverkehr von der Straße auf die Schiene. Gleichzeitig wird das Bedürfnis nach einer effizienteren Nutzung der Schienentransporte und deren Förderung durch die Staaten hervorgehoben.

Die Teilnehmer des Forums verweisen mit Blick auf die geführten Diskussionen auf die Ergebnisse der unabhängigen Studien, welche, unter anderem, durch CER durchgeführt wurden und für jedes Land die Notwendigkeit bestätigen, das geeignete Strukturmodell für den Betrieb von Eisenbahninfrastruktur und die Durchführung von Eisenbahnbeförderungen unter Berücksichtigung von ökonomischer Effizienz, Balance der Staats- und Privatwirtschaftsinteressen sowie anderen Kriterien unabhängig zu bestimmen.

Die Teilnehmer des Forums unter Berücksichtigung des Gesagten:

-        unterstützen die von der UNECE eingeleitete Bewegung für die Schaffung eines einheitlichen Eisenbahntransportrechts;

-        unterstützen die EU-Initiative für die Verlagerung der Verkehre von der Straße auf die Schiene;

-        unterstützen die Initiativen für die Einrichtung von Eurasischen Eisenbahntransportkorridoren;

-        unterstützen die Angleichung der Bedingungen für die Sicherstellung der Konkurrenzfähigkeit des Eisenbahntransports im Vergleich zu anderen Transportträgern;

-        unterstreichen die Notwendigkeit von Erleichterungen beim Grenzübergang bei den Eisenbahntransporten;

-        bitten um die rasche Umsetzung der neuen Anlage 9 zum Abkommen zur Harmonisierung von Grenzkontrollen im Güterverkehr von 1982;

-        rufen alle Beteiligten zur Unterstützung der Entwicklung der Eisenbahn und der diesbezüglichen Projekte und Investitionen auf.

 

Der Appell wurde einstimmig von den Teilnehmern aus 31 Ländern verabschiedet:

Armenien, Aserbaidschan, Belgien, Belarus, Tschechische Republik, China, Frankreich, Georgien, Italien, Kasachstan, Lettland, Litauen, Ungarn, Marokko, Moldova, Mongolei, Niederlande, Norwegen, Polen, Rumänien, Russland, Slowakei, Spanien, Schweden, Schweiz, Türkei, Usbekistan, Ukraine, Großbritannien

sowie den Vertretern von OSShD, CIT, UIC, CCTT, CER und UNIFE.

 

Der Appell richtet sich an folgende Länder:

Republik Österreich, Republik Aserbaidschan, Republik Albanien, Republik Armenien, Islamischer Staat Afghanistan, Republik Belarus, Königreich Belgien, Republik Bulgarien, Bosnien-Herzegowina, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland, Republik Ungarn, Sozialistische Republik Vietnam, Bundesrepublik Deutschland, Königreich Dänemark, Republik Indien, Islamische Republik Iran, Irland, Königreich Spanien, Republik Italien, Republik Kasachstan, Republik Kirgistan, Volksrepublik China, Demokratische Volksrepublik Korea, Republik Korea, Republik Lettland, Republik Litauen, Republik Mazedonien (ehemalige Republik Jugoslawien), Republik Moldova, Mongolei, Königreich Niederlande, Königreich Norwegen, Islamische Republik Pakistan, Republik Polen, Republik Portugal, Russische Föderation, Rumänien, Republik Serbien, Slowakische Republik, Republik Slowenien, Republik Tadschikistan, Turkmenistan, Republik Türkei, Republik Usbekistan, Ukraine, Republik Finnland, Französische Republik, Republik Kroatien, Republik Montenegro, Tschechische Republik, Schweizerische Eidgenossenschaft, Königreich Schweden, Republik Estland, Japan

sowie die internationalen Organisationen: UNECE, ESCAP, EU, OSShD, EurAsEC (EAEC), CIT, UIC, CCTT, ERA, CER, UNIFE, OTIF und WCO.

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